Filmtalk

Filmszene aus "Alle Alle"

Alle Alle, von Pepe Planitzer

Hagen ist zwar geistig behindert, aber gar nicht „auf den Kopf gefallen“. Die Entlassung des gutmütigen Riesen aus seinem Heim zum Onkel, der ihn erwartet, ist zwar minutiös geplant, aber vielleicht zu minutiös ausgedacht. Hagen gerät an den Falschen, an den eigentlich immer betrunkenen Gerüstebauer Dohmühl, der sich schon lange nicht mehr über irgendetwas wundert. Hagens Sicherheit, sein Ziel erreicht zu haben, hat er mit kaputtem Auto sowieso nichts entgegen zu setzen. Zwischen Himmel und Restbeton auf einem ehemaligen Militärstützpunkt der Roten Armee südlich von Berlin, das Dohmühl geerbt hat, ereignet sich deswegen ein echtes Wunder. Schlicht, alltäglich und schön ist die Solidarität, die diese beiden mit- und füreinander an tristem Ort entwickeln.
Milan Peschel als Dohmühl ist zwar dauernd „breit“, aber in seinem Cowboystiefel-Exil hat er sich einen letzten Rest von Würde bewahrt, was vor allem an Ina liegt, die aus dem Gefängnis heimkehrt und am Ort ihrer Kindheit ein neues Leben anfangen möchte. Da geht doch was. Ohne Liebesgeschichte kommt ja sowieso nicht mal eine Filmkomödie vom Fleck. Ein Film vom Suchen und Finden eines Platzes im Leben, an dem man sich gut fühlen kann. Da muss mancher sich den Kopf blutig stoßen. Vorurteile sollten bitte an der Garderobe abgegeben werden. Die Endbilanz in dieser Komödie der Verwirrungen ist aber durchaus „endorphin“. Aber wie sollen denn sonst alle allemal glücklich werden?
Festivalkino 2
Samstag, 09.Juni
20:00 Uhr


Dienstag, 12.Juni
18:00 Uhr





Festivalkino 1
Montag, 11.Juni
23:00 Uhr
 
 

Zum Seitenanfang

|
|