Filmszene aus "Eine Stadt wird erpresst"

Eine Stadt wird erpresst, von Dominik Graf

Ein ganz gewöhnlicher Polizeifilm aus der Leipziger Tiefebene. So scheint es zunächst. Genrekino par excellence. Ein Kommissar mit Drei-Tage-Bart (auch noch Commissario Brunetti-Darsteller Uwe Kockisch). Unbekannte drohen mit Sprengstoffattentaten, wenn sie nicht postwendend ein Lösegeld in Diamanten bekommen. Die Polizeimaschine läuft an und wischt Kommissar Kalinke beiseite. Der ist nämlich schon seit den 70ern dabei, ein Ost-Relikt, ein Mann mit einer dunklen Vergangenheit, raunt man - wie Humphrey Bogart in manchen Filmen der „Schwarzen Serie“. Jedenfalls hat er die unfehlbare Spürnase, die den Ermittlern aus dem Westen mit ihrer High-Tech-Ausrüstung, die den brisanten Fall bald übernehmen, fehlt. Für Kalinke weist alles auf ein Kaff am Rande des Braunkohlereviers hin und dort wird er auch fündig.
Aus dem Polizeifilm wird nun etwas völlig anderes: ein Thriller über Wendeverlierer und deren Überlebensstrategien. Letztes Jahr als Gast unserer „Sommerakademie“ hat Regisseur Dominik Graf erläutert, warum er so gerne Genrefilme macht und wie er deren starre Regeln nutzt, um seine Geschichten aus der deutschen Wirklichkeit zu erzählen. In diesem Krimi kommen die politischen Hintergründe der Geschichte erst nach und nach ans Licht wie in einigen Filmen des italienischen Meisterregisseurs Francesco Rosi, auf den sich Graf häufiger berufen hat. Nicht der Kriminalfall ist am Ende wichtig, sondern die Verkettung von Lebensumständen und wie sie zu Schuld und Sühne führen. Ein Film, der das Zeug zum Klassiker hat.
Festivalkino 2
Mittwoch, 06.Juni
21:00 Uhr


Samstag, 09.Juni
00:00 Uhr





Festivalkino 1
Freitag, 08.Juni
17:00 Uhr
 
 

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