Filmszene aus "Gefangene"

Gefangene, von Iain Dilthey

Eine Insektenforscherin, die sich in ihrer Wohnung so einsam fühlt wie der Strafgefangene, auf dessen Zelle im Haus gegenüber sie jeden Tag schaut. Plötzlich steht er vor ihr. Nach seinem Ausbruch ist er gleich zu ihr hinüber. Schnell schließt er die Tür hinter sich und fesselt sie ans Bett. Das Ganze ist nicht der Übergriff, nach dem es aussieht. Irene hat den Mann angelockt, weil seine Einsamkeit der ihrer so sehr zu gleichen schien. Sie hat ihm Briefe geschickt, eine Geistesverwandtschaft entdecken wollen. In einem dunklen Raum ohne Türen glaubt sie zu leben und erträgt das nur, weil sie sich eine sadomasochistische Beziehung zu dem Mann von Gegenüber herbei träumt. Seine Selbstbefreiung soll auch die ihre sein. Doch die Realität des Einbruchs und der „Geiselnahme“ ist eine andere.
„Gefangene“ die sich und einander endlich befreien wollen. Ein Kammerspiel. Vereiste Gefühle auf der Suche nach Freiheit und einem neuen Leben. Irene hat keine Wahl. Am Ende muss sie dem Mann ins monströse Verbrechen folgen. Oder war alles nur ein Traum? Ein Phantasiegespinst? Der Subtext sexueller Leidenschaft und Gewalthörigkeit – gleichwohl vorhanden – wird nur angedeutet und von den beiden Hauptdarstellern – in zum Teil langen Passagen ohne Worte – grandios elegisch zelebriert. Die Einsamkeit ist ein schlechter Freund. Ein beklemmend eindrücklicher Film, der vor allem von der Leistung seiner Hauptdarsteller lebt, die erst ganz zum Schluss den Kammerspielhandlungsort einer bürgerlichen Wohnung verlassen und aus dem Psychoduell ein Leben machen – wie „Bonny and Clyde“.
Festivalkino 2
Mittwoch, 13.Juni
18:00 Uhr





Festivalkino 1
Donnrstag, 14.Juni
23:00 Uhr


Samstag, 16.Juni
23:00 Uhr
 
 

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