
Filmszene aus "Pingpong"
Pingpong, von Matthias Luthardt
Ein Besuch auf dem Land. Mehr als das. Der 16jährige Paul hat ein schlimmes Trauma zu überwinden. Sein Vater hat sich gerade umgebracht. Bei Onkel Stefan und Tante Anna will er wieder Ruhe finden. Doch die ist selbst unter Druck. Vetter Robert in Pauls Alter leidet darunter, dass seine ehrgeizige Mutter ihn mit Gewalt für die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule fit machen will. Paul bietet an den maroden Swimmingpool auf Vordermann zu bringen und mischt sich nach und nach ein ins Pingpong der Beziehungskonflikte, die in seiner Gastfamilie schwelen. Anna will ihre unausgelebten Träume vom Pianistenglück an ihrem Sohn verwirklichen, wobei sie ihn nur unglücklich macht. Nach anfänglicher Ablehnung versucht sie, Paul zum Instrument im Mutter-Sohn-Konflikt zu machen. Dabei weckt sie unbekannte Gefühle in dem ohnehin verwirrten Jungen. Harmloses Äußeres. Aber der Psychothriller in diesem emotionalen Tischtennisspiel spitzt sich immer mehr zu.
Regisseur Matthias Luthardt schaffte es mit diesem Film 2006 bis nach Cannes, wo er als eine der Stimmen des jungen deutschen Autorenfilms gefeiert wurde und auch auf der renommierten "Woche der Kritik" ausgezeichnet wurde. Luthard inszeniert den "Familienfrieden" als Bedrohung und gibt dem Hund im Swimmingpool eine letzte Chance. Irgendwie leicht und trotzdem unheimlich doppelbödig ist dieser Film inszeniert von einem Neuling, von dem man noch viel erwarten kann. Die wahre Bedrohung kommt doch stets aus dem Alltäglichen.
| Festivalkino 2 |
| Mittwoch, 06.Juni |
| 19:00 Uhr |
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| Freitag, 08.Juni |
| 22:00 Uhr |
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| Sonntag, 17.Juni |
| 19:00 Uhr |