Filmtalk

Filmszene aus "Stille Sehnsucht"
Stille Sehnsucht, von Christian Wagner
Sarajewo der letzte Balkankrieg ist für viele nur noch eine ferne Erinnerung. Für Seneda aber sind schmerzliche Erinnerungen zurückgeblieben, vor allem an ihre kleine Tochter, die als vermisst gilt. Als sie eines Tages von Kriegswaisen liest, die vom Roten Kreuz nach Deutschland zu Adoptionsfamilien vermittelt worden sind, klammert sich die junge Frau mit ihrer Stillen Sehnsucht nach ihrem Kind an diese vage Hoffnung und reist nach Deutschland. Und wird wider Erwarten fündig.
Mit zwei Jahren ist ihre kleine Tochter von einer kinderlosen deutschen Familie adoptiert worden. Jetzt lebt sie friedlich und gut versorgt in ihrem neuen Heim. Senedas Ex-Mann hatte sie unter die echten Waisenkinder geschmuggelt um ihr eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Was tun? Lange umkreist Seneda das schöne Heim der Pflegefamilie und ist hin und hergerissen zwischen der Freude des Wiedersehens und der Familientragödie verursacht durch den Krieg, die sie vielleicht akzeptieren muss, damit ihr Kind glücklich werden kann. Irgendwann kommt alles raus. Auch die "soziale Mutter" will ihr Kind nicht hergeben. Wie wird das ausgehen. Wie im "kaukasischen Kreidekreis" von Brecht oder wie im richtigen Leben? Labina Mitevska (schon mehrfach Gast beim Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg) prägt als Mutter auf der Suche nach ihrem Kind diesen Film ebenso wie Katrin Sass als Sozialarbeiterin im Zweifel. Ein Krieg ist nicht vorbei, wenn er vorbei ist. Erst müssen alle Frieden miteinander gemacht haben auch mit sich selbst.
| Festivalkino 2 |
| Dienstag, 12.Juni |
| 20:00 Uhr |
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| Freitag, 15.Juni |
| 22:00 Uhr |
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| Festivalkino 1 |
| Mittwoch, 13.Juni |
| 23:00 Uhr |