Filmszene aus "Winterreise"

Winterreise, von Hans Steinbichler

Es beginnt mit einer bayrischen Schimpfkanonade mitten in einer Schubertmesse und geht auch sonst ziemlich rasant weiter. Franz Brenniger ist eigentlich ein angesehener Mann in der bayrischen Provinz. Er ist Eisenwarenhändler und hat eine Villa, in der er mit seiner Frau lebt, wenn er nicht laut Rockmusik hört oder sich aus dem Fenster stürzen will oder im Bordell die Puppen tanzen lässt. Brenniger ist aber auch ein Typ mit Ecken und Kanten, ein großer Grantler vor dem Herren, einer der sich chronisch überschätzt, dann wieder an sich selbst verzweifelt – in gleicher Lautstärke versteht sich - und er hört gerne Schuberts „Winterreise“, am liebsten nachts im Autoradio. Doch die Geschäfte gehen nicht mehr so gut wie einst und dann ist Brenniger plötzlich pleite. Auch wenn er noch so schimpft, die Bank gibt im keinen Kredit mehr.
In seiner Verzweiflung fällt Brenniger auf eines dieser Luftgeschäfte herein, die man kaum glauben kann. Ein Angebot aus Nigeria. Eine halbe Million winkt, man will 15 Millionen bei ihm parken, aber erst einmal muss er 50.000 Euro als Sicherheit hinterlegen. Die sind dann natürlich weg und die Geschäftspartner verschwunden. Brenniger will sich sein Geld zurückholen und macht sich auf seine „Winterreise“. Der Film, obwohl auch in den weiteren Rollen mit Hanna Schygulla und Sibel Kekilli sehr gut besetzt, steht und fällt mit Sepp Bierbichler, der die Hauptrolle als wuchtiges Mannsbild und Gesamtkunstwerk mit vielen Facetten anlegt. Dieser Auftritt sucht seinesgleichen.
Festivalkino 1
Mittwoch, 06.Juni
22:00 Uhr


Donnerstag, 07.Juni
17:00 Uhr


Freitag, 08.Juni
00:00 Uhr
 
 

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