Filmtalk

Filmszene aus "Hotel Very Welcome"
Hotel Very Welcome, von Sonja Heiss
Was in aller Welt haben wir eigentlich da draußen zu suchen? In der Welt. Keine Ahnung vom Reiseland und dumm-dreiste Selbstbedienungsmentalität kennzeichnen die Realität der globalisierten Sinnsuche mit Rucksack und Billigflug . Natürlich kann man wo auch immer hinreisen und hat doch immer eine schwere Last dabei: sich selbst. Fünf Figuren auf ihren Reisen durch Indien und Thailand. Die Briten Joshua und Adam sind wild entschlossen, die "Fullmoonraves" zu genießen und sind doch nur gefangen in der Draußendisco mit Dosenbier im Dollartakt. Und dann findet der Freund eine Freundin. Der größte anzunehmende Unfall im Plan der Kumpelreise. Liam freut sich sogar am echten Leben der Inder mt Farbpulver und Glücksversprechen, aber bei seinen Problemen in Irland hilft ihm das auch nicht weiter. Marion, eine Deutsche, ist aus der Enge ihrer heimischen Beziehung in ein indisches Meditationscenter geflüchtet und arbeitet dort hart am Glücklichsein. Der Weg zur erhofften Spiritualität erweist sich jedoch als steinig. Svenja schließlich kommt gar nicht aus ihrem Hotel in Bangkok heruas, telefoniert dafür dauernd mit ihrem Flugberater, der irgendwann anfängt, ihr statt Flugverbindungen Liebeserklärungen zu machen.
Das klingt jetzt alles wie ein von langer Hand vorbereiteter Dokumentarfilm - ist aber keiner. Mehrere Monate reiste die Regisseurin Sonja Heiss durch Asien und trotzte den Meditationsparadiesen das bisschen Wirklichkeit ab, das sie entzaubert. Es enstand dabei ein ebenso kluger wie lustiger Film über die Last mit der Selbsterfahrung in der Ferne, in der wir bestenfalls nur finden, was wir sowieso wissen und mitbringen. Die endgültige Erleuchtung ist oft weniger wert als ein Flug nach Hause.
| Festivalkino 1 |
| Dienstag, 12.Juni |
| 21:00 Uhr |
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| Donnerstag, 14.Juni |
| 19:00 Uhr |
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| Festivalkino 2 |
| Samstag, 16.Juni |
| 18:00 Uhr |