Filmszene aus "Mein Tod ist nicht dein Tod"

Mein Tod ist nicht dein Tod, von Lars Barthel

Die eigene Biografie ist ein tückisches Material. Und dann auch noch vom Tod der geliebten Frau erzählen. Lars Barthel – Kameramann der Dokumentaristin Helga Reidemeister und anderer – gelingt es in seiner ersten Regiearbeit für diese Geschichte eine ganz eigene Form zu finden: einen filmischen Essay über die Begegnung mit einer Toten, aber auch über die eigene Geschichte, über die 70er Jahre in der DDR und vor allem über den Traum von Indien, den diese Liebe verkörpert hat. Während Barthel Kamerameisterschüler an der HFF in Potsdam-Babelsberg war, studierte die Inderin Chetna dort Regie. Glückliche Tage an brandenburgischen Seen. Genau dort erhält Barthel auch einen mysteriösen „Auftrag“ seiner 15 Jahre zuvor verstorbenen Frau: Er soll ihre Asche ausgraben und sie in alle Winde zerstreuen. Doch das stellt sich als schwieriger dar als anfangs gedacht.
Ein letztes erträumtes Wiedersehen steht im Mittelpunkt dieses überreichen Films, der erzählt von den Träumen der Jugend, von den Widrigkeiten der Politik und vom Schicksal, das das Leben unversehens in eine andere Richtung drängt. Barthels Film ist kein „gewöhnlicher“ Dokumentarfilm. Dafür eine höchst lebendige Filmerzählung, die stets ihre Form reflektiert. Durch alle Widrigkeiten: Schluss mit dem grauen Realsozialismus Anfang der 80er Jahre – die Fremdheit der indischen Exilheimat prüft die Beziehung – Schwere Krankheit Chetnas in Westberlin – Schließlich die endgültige Versöhnung durch den Film. Wo kann das funktionieren dabei auch poetisch sein und nicht ohne Humor – nur im Kino.
Festivalkino 1
Sonntag, 10.Juni
21:00 Uhr


Dienstag, 12.Juni
19:00 Uhr





Festivalkino 2
Freitag, 15.Juni
18:00 Uhr
 
 

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