Gala-Abende und Sonderveranstaltungen
Abschlussabend und Preisverleihung Filmkunstpreis 2008
(mit Empfang und Musik)
Sonntag, 15. Juni, 19.00 Uhr
Der festliche Abschluss des Festivals mit glücklichen Preisträgern und mit den letzten Möglichkeiten, wenigstens die Preisträgerfilme noch zu sehen. Vorher aber wird der Mann mit dem Geldkoffer wieder vorbeischauen. Schließlich gibts 50 000 Euro für den Gewinner. Aber auch die anderen Preisträger werden glücklich sein und die Fachjury, die wieder einmal alle Filme rechtzeitig gesehen hat. In diesem Jahr sind das die Schauspielerin Bernadette Heerwagen, der Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase und Filmkritiker Michael Althen.
Preis für Schauspielkunst 2008 an Nina Hoss
Montag, 9. Juni, 20.00 Uhr
Mit Laudatio und Ehrung.
Anschließend Film "Das Herz ist ein dunkler Wald".
Danach Filmgespräch mit der Preisträgerin.
Moderation: Dr. Josef Schnelle und Rüdiger Suchsland
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Wenn sie Vorbilder nennen soll, dann hat sie keine Scheu Romy Schneider, Ingrid Bergman und Isabelle Huppert zu erwähnen. Ihre Regisseure nutzen gerne und oft die Präsenz der Nina Hoss vor der Kamera und lassen sie direkt ins Objektiv schauen, mitten ins Herz der Zuschauer sozusagen. Nina Hoss ist nicht erst seit dem Silbernen Bären für ihre darstellerische Leistung in "Yella" 2007 Deutschlands strahlende Lieblingsschauspielerin. Die Tochter eines Politikers der Grünen und einer Regisseurin und Theaterintendantin hatte schon mit 14 Jahren erstmals auf der Bühne gestanden, startete dann ihre Ausbildung an der Ernst-Busch-Schauspielschule in Berlin. Mit "Das Mädchen Rosemarie", dem Remake eines Klassikers aus den 50er Jahren von Bernd Eichinger, wurde sie 1996 schon nach vielen Theatererfolgen einem größeren Publikum bekannt. Doch erst Christian Petzold machte sie mit den Filmen "Toter Mann", "Wolfsburg" und "Yella" endgültig zum Star. Mit den schwierigen, vielschichtigen Rollen in diesen Filmen bewies Nina Hoss sofort ihren Rang als Charakterschauspielerin. In "Wolfsburg" verliebt sie sich in einen Mann, aber der hat ihren Sohn überfahren, und wird dann zur Rachegöttin. In "Yella" (Eröffnungsfilm Festival des deutschen Films 2007) ist sie zwischen Tod und Traum eine Widergängerin der Liebe in den Zeiten des Venture-Kapitalismus. In "Das Herz ist ein dunkler Wald" von Nicolette Krebitz (im Wettbewerb des Festivals des deutschen Films 2008) wirft sie die Entdeckung des Treuebruchs ihres Mannes vollkommen aus der Bahn. Sie ist außerdem "Die weiße Massai" in Hermine Hundgeburths Film - eine Urlauberin, die sich in Afrika in einen Massaikrieger verliebt. Seither engagiert sie sich im Kampf gegen die Beschneidung von Mädchen dort. Im Kino sind Rätselfrauen ihr Charakterfach, Frauen die man nicht gleich versteht. Daher der Hinweis auf Romy Schneider, Ingrid Bergman und Isabelle Huppert. Wir können uns glücklich schätzen, eine wie Nina Hoss im deutschen Kino zu haben. Zur Zeit spielt sie viel Thetaer in Berlin und hat den neusten Film von Christian Petzold gerade abgedreht. "Jerichow" heißt der und wird der Schauspielerin Nina Hoss eine neue Facette hinzufügen. So eine wie sie, sagte neulich ein Filmkritiker, der sich gerne begeistert aber unfehlbar in seinem Urteil ist, haben sie in Hollywood nicht und auch nicht in Frankreich. Wir sind sehr stolz, dass wir ihr den "Preis für Schauspielkunst" überreichen dürfen, schließlich spielt sie nach "Yella" im letzten Jahr wieder in einem Film mit, der den Filmkunstpreis gewinnen könnte.
Preis für Schauspielkunst 2008 an Devid Striesow
Samstag, 7. Juni, 20.00 Uhr

Devid Striesow
Mit Laudatio und Ehrung.
Anschließend Film "12 heißt: Ich liebe Dich"
Danach Filmgespräch mit dem Preisträger. Moderation: Dr. Josef Schnelle und Julia Teichmann.
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Mit nie erlahmendem Elan hat er sich an einen aussichtslosen Matratzenhandel geklammert und war mit dieser Rolle doch der Sympathieträger des Films "Lichter" von Hans Christian Schmid. In "Napola" von Denis Gansel spielte er den smarten Nazi-Verführer eines jungen Boxtalents auf der Elite-Ordensburg und lieferte mal als gütiger Lehrer, dann urplötzlich als eiskalter Zyniker, der jede Maske fallen lässt, das überzeugendste Porträt eines abschreckend-betörenden Herrenmenschen der faschistischen Barbarei ab, das je auf einer deutschen Kinoleinwand zu sehen gewesen ist. In "Yella" von Christian Petzold ist er der virtuose Taschenspieler des Risikokapitals, der aus Finanzverhandlungen, Traumvisionen zu spinnen versteht. Und in "Das Herz ist ein dunkler Wald" von Nicolette Krebitz lebt er insgeheim gleich zwei Leben mit zwei Frauen. In "12 heißt: ich liebe dich" ist er ein knallharter Stasiverhörer, der sich auf eine Liebesromanze mit seinem Opfer einlässt. Wenn man also in den rund 50 Filmen die er fürs Kino und fürs Fernsehen gedreht hat, einen gemeinsamen Nenner sucht, dann ist das Ambivalenz. Striesow ist nie der, für den er im ersten Augenblick gehalten wird. Man muss sich stets in Acht nehmen vor diesem Mann, der jetzt auch im Fernsehkrimi Bella Block Assistent von Hannelore Hoger ist. "Striesow kann zart sein, wie die frühe Liebe, grob wie die Axt im Walde, bitter, böse, verletzt, enttäuscht, verzweifelt und sogar von sich selbst verlassen." Das hat Schauspielerkollege Ulrich Mühe einmal über Striesow gesagt.
Eröffnungsabend
Am Donnerstag, 5. Juni 2008 um 19.30 Uhr findet die große Eröffnung des Festival des deutschen Films statt, mit Musik und Grußworten.
Zum Auftakt der Eröffnungsfilm: "Nur ein Sommer" von der Regisseurin Tamara Staudt mit Anna Loos und Stefan Gubser und vielen anderen illustren Gästen.