Lenin kam nur bis Lüdenscheid
Regie: André Schäfer (Premiere)

Filmszene aus "Lenin kam nur bis Lüdenscheid"
Im Zeltlager in Lüdenscheid schien die Weltrevolution bereits geglückt. Doch bis Solingen ist sie nicht gekommen. So erinnert sich Richard David Precht an seine Kindheit. Die war fest verankert im Alternativ-Kosmos seiner Eltern in den 68er Jahren und später in der DKP mit Sommerlager, den Rauschebärten von Marx und Engels und dem Spitzbubenlächlen von Lenin. In der naiven kindlichen Verklärung wird die DDR tatsächlich zum riesigen Garten Eden der Werktätigen. Nur deswegen gibt's eine hohe Mauer drumherum. Alles Böse kommt aus Amerika, vor allem die sausüße Coca-Cola und der geschmacksfreie Hot Dog. Dagegen ist Asterix ein Revoluzzer gegen die römisch-amerikanische imperialistische Allmacht.
So ist das alles in der Kinderseele angekommen, die Autor Richard David Precht mit Aufnahmen aus dem Super-8-Privatarchiv untermauert in diesem kurzweiligen heiteren bis klugen Film über die Träume der 60er Jahre und ihre spätere ironische Aufarbeitung, den er zusammen mit dem Kölner Dokumentarfilmregisseur André Schäfer gemacht hat. 40 Jahre nach '68 rücken die Autoren den Erinnerungen an die goldenen Zeiten der Jugendrevolte ebenso ironisch wie liebevoll zu Leibe. Manch ein Gesprächspartner muss lachen, wenn er an den Dogmatismus und die Selbstüberschätzung der Zeiten denkt, als man unter dem Pflaster noch unter dem Strand vermutete. Hinter dem naiven Erzählton, der manchmal an die kluge Schlichtheit der "Sendung mit der Maus" erinnert, verbirgt sich doch auch eine blitzgescheite vielschichtige Zeitanalyse, die man heiter genießen und dann doch ernst hinterfragen kann. Lenin war doch auch in Lüdenscheid die Spaßbremse.
Vorführzeiten
| Parkinsel Ludwigshafen |
| Datum | Uhrzeit | Kino |
| 07.06.2008 | 19.00 | Festivalkino 2 |
| 08.06.2008 | 23.00 | Festivalkino 2 |
| 09.06.2008 | 21.00 | Festivalkino 2 |
| 12.06.2008 | 17.00 | Festivalkino 2 |